Was bleibt: Ein Abend, der trägt – und weiter wirkt!

Was haben wir lange auf diesen Abend hingearbeitet! Wochen, Monate der Vorbereitung, Absprachen, Ideen, Zweifel – und dann dieser wunderbare 19. April in der Empore in Buchholz. Jetzt, ein paar Tage später, lässt sich sagen: Es hat sich gelohnt. Und mehr noch – es wirkt nach.

Unsere Veranstaltung „100 Jahre Heideruh – eine Buchholzer Geschichte“ war genau das, was wir uns erhofft hatten: Ein Raum, in dem Geschichte nicht nur erzählt, sondern spürbar wird. Schon beim Ankommen im Foyer, beim Infomarkt und der Ausstellung zu Verfolgung und Widerstand, war klar, dass hier viele zusammengekommen sind, die sich verbunden fühlen – mit Heideruh, mit antifaschistischer Geschichte, mit den Kämpfen von damals und heute.

Fotocollage 1 zur Heideruh Veranstaltung in der Empore Buchholz am 19.4.26

Auf der Bühne hat sich dieser Eindruck fortgesetzt. Die Lesung zur Geschichte von Heideruh und der Stadt Buchholz, die Musik, das Podium – all das hat nicht einfach nur informiert, sondern berührt und miteinander in Beziehung gesetzt. Für uns als Vorbereitungsgruppe war es besonders bewegend zu sehen, wie intensiv das Publikum dabei war, wie aufmerksam zugehört, wie engagiert diskutiert wurde.

Heideruh wurde an diesem Abend nicht als Vergangenheit verhandelt. Sondern als etwas, das weiterlebt.

Und genau das zeigt sich jetzt, in den Tagen danach.

Sechs neue Mitglieder haben sich bis Sonntag entschieden, Teil von Heideruh zu werden. Sechs Menschen mehr, die sagen: Dieser Ort, diese Geschichte, diese Ideen für die Zukunft – das geht mich etwas an. Für uns ist das eines der schönsten Ergebnisse dieses Abends.

Die Einladungen zum Bündnistreffen „Netzwerk Nordheide gegen Rechtsextremismus“ und zum „Harburger Bündnis Einig gegen Rechts“ gehören ebenso zu den Nachwirkungen wie die Spenden, die dafür gesorgt haben, das wir finanziell „plus/minus“ aus dem Projekt gehen. Und dann noch eine größere Spende; geleistet mit dem Kommentar: „Ich wurde dazu angeregt durch Eure sehr eindrucksvolle Jubiläumsveranstaltung in Buchholz. Gerade in der heutigen schwierigen Zeit halte ich ein Haus wie das Eurige als Zentrum widerständigen Lebens für unverzichtbar.“ Einfach Klasse!

Fotocollage 2 zur Heideruh Veranstaltung in der Empore Buchholz am 19.4.26

Auch die Öffentlichkeit hat reagiert. Die Artikel in der Landeszeitung und in der Kreiszeitung haben die Veranstaltung aufgegriffen und sichtbar gemacht, was hier passiert ist. Und auch in die Kommunalpolitik hinein gibt es Bewegung: Frank Piwecki (bis vor Kurzem stellvertretender Bürgermeister), will sich dafür einsetzen, eine Straße in Buchholz nach Franz oder Käthe Jacob zu benennen, als sichtbares Zeichen für antifaschistische Erinnerung im Alltag. Dass solche Impulse von unserer Veranstaltung ausgehen, haben wir uns natürlich gewünscht und freuen uns jetzt umso mehr, dass es tatsächlich passiert.

Wenn wir auf den Abend zurückblicken, dann bleibt vor allem dieses Gefühl: Heideruh ist kein statischer Ort. Es ist ein Zusammenhang, der Menschen zusammenbringt, der Geschichte lebendig hält und der Power gibt für das, was vor uns liegt.

Oder, um es etwas informeller zu sagen, wie es in einer Nachricht aus unseren Reihen hieß: „Wenn Ihr wüsstet, was hier alles passiert ist seit Sonntag.“

Wir wissen es jetzt ein bisschen mehr. Und wir nehmen es mit.


Fotos und Collagen: Richard Pfaff